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Bericht Emszeitung vom 12.06.2013:

Logistische Drehscheibe auf hohem Niveau

Das Güterverkehrszentrum Emsland in Dörpen brummt und wird ausgebaut

Schiene, Straße, Wasser: Das GVZ Emsland in Dörpen setzt auf eine Dreifachkombination der Verkehrsträger. Foto GVZ
Dörpen. Peter Fischer mag die Vergleiche nicht. Dabei braucht sich das Güterverkehrszentrum (GVZ) Emsland in Dörpen, dessen Geschäftsführer er ist, nicht zu verstecken. Dafür genügt allein ein Blick aufs aktuelle Ranking der Deutschen GVZ-Gesellschaft. Dort liegt Dörpen bundesweit auf Platz sechs der insgesamt 36 GVZ-Standorte in Deutschland.
„Jeder Standort hat seine Bedeutung und andere Qualitäten“, sagt Fischer zurückhaltend. Der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) formuliert es offensiver. „Als Wirtschaftsstandort sind wir Bundesliga“, sagt Wocken – nach seiner Auffassung sogar in der Spitzengruppe, und das nicht zuletzt dank eines brummenden GVZ.
Und um im Bild zu bleiben: Damit der Wirtschaftsstandort nicht ins Mittelmaß zurückfällt oder gar in Abstiegsgefahr gerät, werden seit 2012 millionenschwere Ausbaupläne umgesetzt.
Los ging es mit dem Bau  einer Brücke über die Bahnstrecke Münster–Norddeich, über die ab Sommer der Hauptverkehr zwischen der Bundesstraße 70 und dem  Industriegebiet ungehindert fließen soll. Die Planungen umfassen den Ausbau des Hafens und eine Ausdehnung des Containerbahnhofs in Form einer Verlängerung der Ladegleise. Das Gesamtinvestitionsvolumen mithilfe von Fördergeldern von Bahn, Bund, Land und Kreis Emsland liegt bei etwa 30 Millionen Euro. 
Allein für die Erweiterung des Hafens sind rund acht Millionen Euro vorgesehen. Die Finanzierung trägt die Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr (DUK). Sie bildet sozusagen die Keimzelle des GVZ, das 1996 den Betrieb aufgenommen hat und neben dem Hauptstandort Dörpen über einen Teilstandort in Lingen verfügt. In Dörpen haben sich seitdem mehr als 30 verkehrswirtschaftliche Betriebe, logistische Dienstleister sowie logistikintensive Industrie- und Handelsunternehmen im Umfeld des Verkehrsknotenpunktes angesiedelt. Dazu gehören sowohl marktführende Speditionen als auch regional tätige Dienstleister aus dem kleinen und mittleren Unternehmensbereich. Insgesamt sind im GVZ rund 500 Leute beschäftigt. Hauptnutzer und Auftraggeber ist die Speditionsgesellschaft UPM nortrans. Sie regelt die Ein- und Ausgangslogistik der Fabrik UPM Nordland Papier in Dörpen.
Fischer zufolge entdecken inzwischen aber auch zunehmend Betriebe außerhalb von Dörpen, beispielsweise aus Aurich, Emden oder Delfzijl (Niederlande), das GVZ als logistische Drehscheibe auf hohem Niveau. Über diese Drehscheibe wird dann zum Beispiel auch Getreide aus der Ukraine in den Nordosten der Niederlande manövriert. „Die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, müssen also nicht zwangsläufig in Dörpen angesiedelt sein“, erklärt Fischer.
Das GVZ Emsland gehört zu den wenigen Güterverkehrszentren in Deutschland, das die drei Verkehrsträger Straße, Wasser, Schiene in Kombination nutzt – und zwar etwa zu jeweils einem Drittel. „Das ist ein ganz toller, gesunder Mix“, sagt Fischer. Der wachsende Erfolg zeige, dass sich ein GVZ auch „auf dem platten Land“ entwickeln könne. Voraussetzung seien verlässliche Verbindungen, hohe Transportqualität und guter Service. Fischer: „Am Ende ist nicht die Größe, sondern die Qualität entscheidend.“

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